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In-App-Käufe durch Minderjährige – Wie sich Eltern gegen teure Rechnungen wehren können

Kinder und Jugendliche besitzen heute bereits in jungem Alter ein Smartphone. Für viele zählt dabei auch das Spielen über sogenannte Apps zu den normalen Nutzungen des Mobiltelefons. Was früher der Gameboy war, ist heute das Smartphone. Die meisten Spiele werden zunächst kostenlos angeboten, um so Kinder und Jugendliche zu locken. Doch die Freude dauert meist nicht lange an. Um sich im weiteren Spielverlauf einen Vorteil zu verschaffen oder schneller voranzukommen, können oder müssen früher oder später kostenpflichtig „Erfahrung“, „Credits“ oder sonstige Gegenstände dazugekauft werden. Dies wird als In-App-Kauf bezeichnet, weil der Erwerb direkt in der App geschieht, ohne dass hierfür extra in den App-Store gewechselt werden muss. Hier beginnt für die Eltern der Ärger, da von den Spieleanbietern für die virtuellen Erweiterungen teilweise horrende Summen verlangt werden.

Eltern haften grundsätzlich für ihre Kinder – Auch beim Spielen im Internet

Grundsätzlich kommt der Vertrag zwischen dem Nutzer des Accounts und dem App-Anbieter zustande. Werden die Käufe von Minderjährigen getätigt, sind diese somit als Vertragspartner anzusehen. Da ein Widerrufsrecht nicht besteht, kommt für das Lösen vom Vertrag nur eine Anfechtung in Betracht, wenn der Kauf versehentlich getätigt wurde. In der Praxis dürfte dies nur schwierig zu belegen und daher nicht wirklich relevant sein.

Kauft ein Kind unter sieben Jahre einen Fortschritt in der App, wäre dieser Vertrag nach §§ 104, 105 BGB unwirksam. Allerdings haften die Eltern für die durch das Kind eingegangenen Verbindlichkeiten. Entweder weil sie ihre Aufsichtspflicht verletzt haben oder aus vertraglicher Haftung als Account-Inhaber. Schließen Kinder oder Jugendliche, welche noch nicht volljährig sind, einen Vertrag, so bedürfen diese Verträge allerdings entweder der vorherigen Einwilligung oder der nachträglichen Genehmigung der Eltern. Diese liegt jedoch noch nicht darin, dass die Eltern dem Kind überhaupt die Nutzung des Smartphones erlauben.

Verträge über In-App-Käufe oftmals unwirksam

Ausschlaggebend für die Wirksamkeit von Verträgen über In-App-Käufe ist daher die Anwendbarkeit des so genannten Taschengeldparagraphen, der besagt, dass von Minderjährigen geschlossene Verträge nur dann wirksam sind, wenn die Zahlung aus Mitteln erfolgt, die dem Minderjährigen zu diesem Zweck oder zur freien Verfügung überlassen wurden. Sind die Spiele so gestaltet, dass Leistungen wiederholt erbracht und verrechnet werden oder der App-Anbieter in Vorleistung geht, sind diese Verträge hiervon nicht erfasst, so dass die Verträge unwirksam sind. Nur für den Fall, dass die Käufe über das Prepaid-Guthaben gezahlt wurden, kommt die Anwendung des Taschengeldparagraphen in Betracht. Allerdings darf auch hier der Wert der In-App-Käufe nicht allzu hoch sein. Hier muss jeder Einzelfall individuell beurteilt werden. Dies gilt auch für die Frage, ob die Eltern für die Verletzung ihrer Aufsichtspflicht haften.

Unsere Leistungen:

Die Kanzlei Steinfartz in Rostock ist auf den Bereich Verbraucherrecht spezialisiert und konnte bereits zahlreichen Verbrauchern zu einem Erfolg im Prozess verhelfen. Falls Sie oder Ihre Kinder ungewünschte Dinge in einer App erworben haben, sollten Sie sich von einem Anwalt für Verbraucherrecht beraten lassen. Zögern Sie nicht, sich mit uns in Verbindung zu setzen. Gerne sichten wir Ihre Unterlagen und beraten Sie über Ihre Chancen und das weitere Vorgehen. Profitieren Sie von unserer Erfahrung.