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Entschädigungsansprüche bei Lohndiskriminierung

Weibliche Arbeitnehmer, die von ihrem Arbeitgeber für die gleiche Arbeit einen niedrigeren Lohn als die männlichen Kollegen erhalten, können sich dagegen wehren. Liegt ein Fall der geschlechterspezifischen Lohndiskriminierung vor, bestehen ein grundsätzlicher Anspruch auf die Zahlung des Differenzbetrages sowie zusätzlich ein Anspruch auf Entschädigung.

Arbeitnehmer können sich gegen Lohndiskriminierung wehren

In einem kürzlich vom Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz entschiedenen Fall (Aktenzeichen 5 Sa 436/13), wurde einer klagenden Arbeitnehmerin der volle Lohndifferenzbetrag sowie einen Schadenersatzbetrag zugesprochen. Die Frau war bei einem Schuhproduzenten beschäftigt und erhielt wie alle anderen weiblichen Kolleginnen einen niedrigeren Stundenlohn als ihre männlichen Kollegen in vergleichbarer Tätigkeit. Nachdem die Arbeitnehmerin auf einer Betriebsversammlung von der Ungleichbehandlung erfahren hatte, klagte sie gegen diese geschlechterbezogene Diskriminierung. Der Arbeitgeber wandte dagegen ein, die unterschiedliche Entlohnung sei den Mitarbeitern offen kommuniziert worden. Aus diesem Grund sei eine offene Diskriminierung nicht so schwerwiegend wie eine verdeckte Diskriminierung.

Gericht erkennt Anspruch in vollem Umfang an

In seiner Entscheidung, stellte das Gericht fest, dass der geltend gemachte Anspruch auf Nachzahlung der Vergütungsdifferenz als Erfüllungsanspruch in vollem Umfang besteht. Dieser beziehe sich nicht allein auf den Brutto-Stundenlohn, sondern auch auf Sonderzahlungen. Auch seien die Ansprüche nicht von der kurzen Ausschlussfrist des § 15 Abs. 4 AGG, betroffen, da sich dieser nur auf Entschädigungen und Schadenersatzansprüche erstrecke. Neben der Zahlung der Differenzbeträge gestand das Gericht der Klägerin auch einen Entschädigungsanspruch in Höhe von 6000 Euro zu. Das Gericht begründete die Höhe der Sanktion mit der Schwere des Verstoßes. Die Entschädigungszahlung müsse eine Abschreckung sein, dürfe aber gleichzeitig nicht gegen den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit verstoßen.  

Wann liegt eine Lohndiskriminierung vor?

Voraussetzung für eine Lohndiskriminierung ist ein Verstoß gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz. Dieser ist grundsätzlich die Gleichbehandlung bei gleicher Sachlage voraus. Besteht keine vergleichbaren Arbeitsvoraussetzungen (z.B. Tätigkeiten, Verantwortung etc.), kann der Gleichbehandlungsgrundsatz nicht angewandt werden. Darüber hinaus darf eine Ungleichbehandlung nicht durch einen sachlichen Grund gerechtfertigt sein. Kein sachlichen Gründe sind die in § 1 AGG aufgeführten Gründe wie Rasse, ethnischen Herkunft, Geschlecht, Religion oder Weltanschauung, eine Behinderung, das Alter oder die sexuelle Identität. Wird aufgrund der Merkmale weniger gezahlt, können sich daraus  Ansprüche auf die Zahlung der Lohndifferenz und einer Entschädigung ergeben.
Ob die Voraussetzungen eines Anspruchs auf Lohndifferenzausgleich tatsächlich vorliegen, sollte im konkreten Einzelfall von einem Rechtsanwalt geprüft werden.

Unsere Leistungen:

Die Kanzlei Steinfartz in Rostock ist auf das Fachgebiet Arbeitsrecht spezialisiert und hilft Ihnen bei allen Fragen rund um die Themen Lohn und Diskriminierung. Wir klären für Sie, ob Sie einen Anspruch auf einen Ausgleich der Lohndifferenz und die Zahlung einer Entschädigung haben. Wenden Sie sich vertrauensvoll mit Ihren Unterlagen an uns. Gerne sichten wir Ihre Arbeitsvereinbarung und beraten Sie über alle weiteren Schritte bis hin zur gerichtlichen Durchsetzung.