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BGH: Bank muss bei Beratung über offene Immobilienfonds unaufgefordert über die Möglichkeit einer Aussetzung der Anteilsrücknahme aufklären

Lange Zeit galten offene Immobilienfonds als vergleichsweise sichere Geldanlage mit großen Gewinnchancen. Durch die gesetzlich vorgeschriebene Liquiditätsreserve von mindestens 5% sollte gewährleistet werden, dass Anleger -im Gegensatz zu geschlossenen Fonds- jederzeit ihre Fondsanteile zu einem gesetzlich festgelegten Preis zurückgeben konnten. In der Theorie bestand somit für die Anleger nicht das Risiko eines Liquiditätsengpasses.

Sollte die Liquiditätsreserve dennoch wider Erwarten unter die 5%-Marke fallen, so mussten die Fonds vorübergehend geschlossen werden.

>>Theorie und Lebenswirklichkeit weichen voneinander ab<<

Wie sooft stellt sich in der Realität manches leider doch als problematischer dar, als zunächst gedacht. So auch bei den offenen Immobilienfonds: Durch stagnierende oder sogar fallende Mieten gerieten immer mehr Immobilienfonds in Schwierigkeiten. In den Jahren 2008 und 2009 musste eine Reihe von  offenen Fonds  die Rücknahme von Anteilen aussetzen. Dies sollte zum Schutz der Anleger geschehen, da die vorhandene Liquidität zur Erfüllung der Rückgabewünsche nicht ausreichte und wegen der Finanzkrise die Immobilien nur mit erheblichen Abschlägen liquidierbar waren. In den Folgejahren mussten einige offene Immobilienfonds sogar endgültig geschlossen werden.

>>Aufklärung über das Liquiditätsrisiko ist für die Investitionsentscheidung wichtig<<

Der Bundesgerichtshof hat in einem aktuellen Urteil am 29.04.2014 (Aktenzeichen XI ZR 477/12 und XI ZR 130/13) nun entschieden, dass Banken bei der Empfehlung eines offenen Immobilienfonds ungefragt über das Risiko der Aussetzung der Anteilsrücknahme aufklären müssen. Anleger müssen vor einer möglichen Investition alle für ihre Entscheidung relevanten Informationen kennen, um sich ein vollständiges Urteil bilden zu können. Dazu zählt nach Ansicht des BGH auch die Aufklärung über das Liquiditätsrisiko. Keine Rolle spielt dabei, dass zum Zeitpunkt der Beratung die Aussetzung der Anteilsrücknahme als äußerst unwahrscheinlich eingeschätzt wurde.

Darüber hinaus ist nach GBH-Auffassung die Möglichkeit der Veräußerung von Fondsanteilen an der Börse ebenfalls kein Grund die Banken von ihren Aufklärungspflichten zu befreien, da die Möglichkeit der gesetzlich geregelten Rückgabe an die Fondsgesellschaft nicht mit einem spekulativen Börsenverkauf vergleichbar sei.

>>Fehlerhafte Aufklärung der Banken als Chance für enttäuschte Anleger<<

Für enttäuschte Anleger könnte das BGH-Urteil neue Hoffnung für ihre schon verloren geglaubte Investition bedeuten. Viele Banken haben ihren Kunden den Erwerb von Anteilen eines offenen Immobilienfonds ohne Vorbehalt empfohlen und das Risiko einer Aussetzung der Anteilsrücknahme in den Beratungsgesprächen nicht erwähnt. Nach dem aktuellen Urteil  haben die Banken damit ihre Aufklärungspflichten verletzt. Anleger können nun versuchen ihre Investition durch eine Schadensersatzklage gegen die Bank zu retten.

Unsere Leistungen:

Gerne sichten wir auch Ihre Unterlagen und prüfen, ob die Bank in Ihrem Fall die Aufklärungspflichten verletzt hat. Sollte sich dies bestätigen, beraten wir Sie weiterhin über die Möglichkeiten gegen die beratende Bank vorzugehen.